Liebe Freunde, Unterstützer und Begleiter der Helfer für Tiere in Not e.V.,
der letzte Tag des Jahres ist auch immer ein Moment, in dem man innehalten kann. Ein Moment, an dem ich zurückblicke - auf die Tiere, die wir aufgenommen haben, auf Sorgen, die wir getragen haben, auf Grenzen, die wir spüren mussten… aber auch auf Hoffnung und Menschlichkeit.
2025 war kein leichtes Jahr. Wir haben einen Hund, rund 40 Katzen, fünf Kaninchen, drei Rehkitze, zahlreiche Eichhörnchen und etwa 45 Igel aufgenommen. Fast jedes einzelne dieser Tiere brauchte, und erhielt, medizinische Versorgung. Viele kamen krank, verletzt oder schlicht chancenlos zu uns - und das sind nur die Tiere, die länger in unseren Pflegestellen geblieben sind. Zusätzlich haben wir unzählige weitere Notfälle gesichert, erstversorgt, weitervermittelt oder als Fundtiere betreut, bis ihre Besitzer gefunden wurden. Dazu kommen Beratungen, Fahrten, Telefonate und Hilfen im Hintergrund.
Mit diesen Zahlen gehen große Herausforderungen einher. Eine der ersten Belastungswellen waren die vielen hilfsbedürftigen Kitten im Frühjahr und Sommer. Kaum hatten wir diese Phase einigermaßen bewältigt, folgte schon die nächste große Aufgabe: die Igel. Auch hier erleben wir leider eine spürbare Verschlechterung - immer mehr Tiere brauchen Hilfe, doch die Hilfsangebote werden nicht mehr, sondern eher weniger.
Damit einher kamen dauerhaft hohe Tierarztkosten, die uns immer wieder an unsere Grenzen gebracht haben. Manchmal standen wir vor Entscheidungen, die weh tun: Behandeln wir alles, was theoretisch möglich ist? Oder nur das, was finanziell zu tragen ist?
Und dann die Realität, die im Tierschutz kaum jemand sehen möchte: Wir können nicht jedes Tier aufnehmen. Nicht, weil wir nicht wollen - sondern weil uns Pflegestellen fehlen.
Ohne sichere Plätze können wir kein Tier aufnehmen, egal wie dringend der Notfall ist. Menschen all das erklären zu müssen, wenn sie mit unschuldigen Tieren Hilfe suchend zu uns kommen, ist eine der schwersten Aufgaben unserer Arbeit.
Doch es gab auch Lichtmomente.
Besonders bewegt hat uns der Fall eines Hundes, der in Laggenbeck stundenlang öffentlich misshandelt wurde. Zahlreiche Menschen liefen vorbei. Nur ein einziges Paar blieb stehen. Handelte. Hatte Mut. Dieses Paar steht für mich symbolisch dafür, was Tierschutz bedeutet: hinsehen, wenn andere wegschauen und für die einzustehen, die keine eigene Stimme haben.
Ja.. trotz aller Sorgen gab es viel Gutes. Tiere, die gesund wurden. Tiere, die Vertrauen zurückgewonnen haben. Tiere, die ein Zuhause gefunden haben. Und so viele Menschen, die geholfen, Mut gemacht und getragen haben.
Ohne euch wäre all das nicht möglich.
Deshalb möchte ich Danke sagen:
Angefangen mit einem Dank an unsere Spenderinnen und Spender. Ihr habt uns durch Geld- und Sachspenden getragen, wenn es finanziell kaum noch ging. Aber ihr habt auch geteilt, aufmerksam gemacht und es ermöglicht, dass wir durch eine erhöhte Reichweite mehr Tiere aufnehmen konnten.
Danke an ALL unsere Pflegestellen - allen voran an die in Emsdetten, die so unzählige Kitten aufgenommen und liebevoll begleitet hat. Auch Frau Poggenmann möchte ich danken, die in diesem Jahr wieder liebevoll unsere kleinsten Flaschenkinder versorgt hat.
Danke an unsere Igelgruppe, besonders Frau Gerfelmeier, Frau Luft und Frau Meyer-Hundenborn. Ihr habt monatelang unermüdlich aufgenommen, gepflegt, medizinisch begleitet und gepäppelt.
Danke an Frau Mayer, die neben der Arbeit als Pflegestelle unsere Öffentlichkeitsarbeit übernommen und mit ihren Beiträgen und Ideen, sowie der Betreuung von Social Media/ Homepage so viel bewegt hat.
Danke an Frau Krämer für die jedes Jahr großartige und aufopferungsvolle Versorgung von Rehkitzen und Eichhörnchen, sowie an Frau Wolf für ihre selbstlose und wertvolle Unterstützung bei Wildvögeln.
Danke an unsere tollen Tierärzte - besonders die Tierarztpraxis Dr. Heicks - für fachliche Unterstützung, Geduld und Herz.
Danke an die vielen anderen Tierschutzvereinen und Organisationen, mit denen wir in Kontakt standen - durch die schöne Zusammenarbeit konnten wir so viel mehr bewirken.
Ein sehr persönlicher Dank gilt zudem meinem Sohn Lars, der seit Jahren zuverlässig unterstützt, organisiert, fährt, pflegt und hilft - obwohl er nicht mal Mitglied ist. Das ist alles andere als selbstverständlich - und dafür danke ich dir von Herzen.
Schließlich danke ich all den vielen Menschen, die ich hier nicht einzeln nennen kann - aber die dennoch unersetzlicher Teil dieses Jahres waren. Ihr seid Teil dieser Geschichten. Teil dieser Arbeit. Danke.
Abschließend wünsche ich mir für das kommende Jahr vor allem eines: weniger Tierleid. Jedes Lebewesen fühlt Angst, Schmerz, aber auch Freude - und verdient Schutz. Für Silvester wünsche ich mir weniger Böllerei - aus Rücksicht auf all die Tiere, die Angst, Stress, Verletzungen durch Feuerwerk ertragen müssen.
Für unseren Verein wünsche ich mir mehr Pflegestellen, eine gute Zusammenarbeit, schöne gemeinsame Aktionen und viele Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen - für die, die keine Stimme haben. Danke an alle, die diesen Weg mit uns gehen oder noch gehen werden.
Ich wünsche euch allen einen friedlichen Jahresausklang und einen guten Start ins neue Jahr. Möge 2026 ein Jahr werden, in dem Mitgefühl stärker ist als Gleichgültigkeit. "
- Irene Middendorf (Vereinsgründerin)




